Massive Wolfübergriffe gefährden Deichschutz im Landkreis Cuxhaven
Die wiederholten Wolfübergriffe auf Nutztiere im Landkreis Cuxhaven haben einen neuen Höhepunkt erreicht. In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar wurde die Schafherde des Deichschäfers Frank Mählmann von ihrer Winterweide in Stinstedt bis ins rund vier Kilometer entfernte Mittelstenahe gehetzt. Trotz wolfsabweisender Einzäunung überwanden mehrere Wölfe den Zaun und versetzten die gesamte Herde in Panik. 19 hochträchtige Schafe wurden getötet oder mussten am Folgetag aufgrund schwerster Verletzungen eingeschläfert werden.
In der Nacht zum 22. Februar wurde dieselbe Herde erneut angegriffen. Zwei Tiere wurden direkt gerissen, zwei weitere mussten später eingeschläfert werden.
Neben dem erheblichen Tierleid und der zunehmenden Belastung der betroffenen Familien sieht der Ostedeichverband den Deichschutz in Gefahr. Die Schafe der hauptamtlichen Deichschäfer sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Küstenschutzes. Ohne ihre Beweidung wäre eine effiziente und wirtschaftliche Deichunterhaltung nicht möglich. Alternativ müsste die Pflege maschinell durch Lohnunternehmen erfolgen – mit etwa dreifach höheren Kosten, die unmittelbar von den Mitgliedern des Ostedeichverbandes zu tragen wären.
Der Ostedeichverband fordert daher von der Politik:
- Unverzügliche Abschussfreigabe von Problemwölfen
- Gezielte Reduzierung des Wolfsbestandes auf ein erträgliches Maß
- Vollständige Entschädigung von Wolfübergriffen – auch bei nicht wolfsabweisender Einzäunung, da eine wolfsichere Einzäunung an Deichen nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand umsetzbar ist
Der Schutz der Menschen, der Tiere und der Deiche muss oberste Priorität haben.

Foto: F. Mählmann